![]() August 1996 bis Oktober 2010 Rocky Lee Junior Rocky war das erste Haustier, das mir von meiner Mutter erlaubt wurde. Mein Vater und ich hatten schon viele heimliche Zöglinge, die wir aufpäppelten und dann an andere Halter weitergaben. Aber ein eigenes Haustier, das bei mir alt werden darf, das kannte ich bis dahin noch nicht, obwohl ich schon 17 Jahre alt war :)! Dabei fing es an wie immer: Mein Vater fand im Keller unseres Miezhauses :) im Berliner Prenzlauer Berg einen fast verhungerten Katzenwelpen. Ich versteckte ihn im großen Kleiderschrank in meinem Zimmer und machte immer die Musik so laut an, wie ich durfte, ohne Ärger zu bekommen, damit man das Mautzen nicht hören konnte. Nachts schlief Rocky dann in meinen Armen und ich war glücklich. Als er aus dem Gröbsten raus war, fand es meine Mutter schließlich raus. Ich glaube, sie wusste es immer von Anfang an, wollte die Tiere aber nicht ewig im Haus haben. Schließlich hatten wir schon eine Familienkatze. Wenn jetzt jeder von uns ein oder mehrere Tiere hatte, dann war es bald ein Zoo. Und wer muss sich immer drum kümmern? Richtig, die Mutter. Also wurde sie präventiv aktiv. Und grölte mir die Ohren voll, das die Katze weg muss. Doch dieses Mal habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben hinter meinen Findling gestellt ... ... und bin ausgezogen. Meinen Kater Rocky habe ich natürlich mitgenommen. Die ersten Jahre lebte er nur in der Wohnung, bis ich 2003 erneut umzog. Im Souterrain des gelben Hauses in Berlin Karlshorst, dass Du bestimmt aus dem Fernsehen kennst, war Rocky direkt auf Höhe des Frühlingsgrases, sah die Halme im Wind wippen, die Vögel flatterten direkt vor seine neugierigen Augen - kurz, er sah das echte, freie Leben in Reichweite. Er entschied, dass er jetzt keine Stubenkatze mehr ist, sondern ein Gartentiger. Also hat er so richtig Radau geschlagen, André terrorisiert, nur noch krakeelt und erst Ruhe gegeben, als er raus durfte. Anfangs nur mit Schleppleine, kurze Zeit später völlig frei. Es hat nicht lange gedauert, bis Rocky sich in der Nachbarschaft voll eingelebt hatte. Wie der Pate auf Schutzgeldtour lief er täglich seine Route zwischen sechs bis zehn menschlichen Kunden ab, die ihn mit Whiskas, Fisch, Katzenmilch und Streicheleinheiten versorgten. Kurz nach Weihnachten 2007 roch er mal in einem Auto einen Karpfen. Und er ist in dem Moment ins Auto gesprungen, als der Fahrer die Tür von draußen zuschlug. Der ist dann bis Silvester nicht mehr zum Wagen gegangen. Es war ja kalt und der Fisch blieb eh frisch. Ich habe vor Kummer schon Zettel an die Bäume getackert und das Schlimmste angenommen. Konnte ja nicht wissen, dass Rocky ein fettes Depot Räucherfisch zur Verfügung hatte. Als der Fischfahrer Rocky dann schließlich befreite, war ihm die Sache so unangenehm, dass er nicht einmal den Fisch ersetzt haben wollte. Aus irgendeinem Grund hatte Rocky selbst vor Riesentölen keine Spur Respekt. Die waren sogar seine bevorzugte Beute. Er liebte es, sich im Gebüsch vor unserem Haus auf die Lauer zu legen. Und wenn dann eine Dogge oder ein Staff vorbeikamen, schoss er hervor und es gab eine Links-Rechts-Kombination gegen die Lefzen und noch einen gekrallten Leberhaken hinterher. Dann ist er mit fiesem Miauchen (diese bestimmte Mischung aus Miauen und Fauchen) weggerannt und hat vom nächsten Baum aus zugeschaut, wie sich Hund und Herrchen ärgern. Rocky konnte auch ein Drecksack sein. Leider hatte er immer nicht lange seinen Spaß. Schon bald haben nämlich Hund und Herrchen die Straßenseite gewechselt, wenn sie an unserem Garten vorbeikamen. Irgendwann kannte ihn die ganze Nachbarschaft. Und Rocky hat nur noch umsonst gelauert. Im Frühsommer 2010 sind wir nach Mahlow umgezogen. Zu diesem Zeitpunkt bekam er dann auch Krebs. Eine dicke Geschwulst am Brustkorb kündigte an, das es dem Ende zuging. Nach Rücksprache mit mehreren Ärzten entschieden wir uns dazu, seinem Körper die Wahl zu überlassen, wie lange er noch mitmachen will und nicht mit OP´s und Medikamenten ein halbes Jahr rauszuholen, in dem er aber doch nur leidet weil er nicht mehr das sein kann, was er am Meisten liebte - ein Gartentiger. Zum Ende des Sommers bekam er Schnappatmung und schaltete einen Gang runter, im Herbst baute er dann sichtlich ab. Sein Fell wurde struppig und filzig und er wurde dünner. Es erinnerte mich ein bisschen an die letzten Tage von Andrés Uroma. Und n meine eigene Oma auch.Die haben auch so ausgesehen, bevor sie gestorben sind. Nur wenige Tage vor dem ersten Kälteeinbruch zeigte Rocky mir dann, dass es so weit ist. Seit dem Morgen fraß er nicht mehr. Dann sprang er plötzlich auf meinen Schoß und sah mich mit weit aufgerissenen Augen an. Sonst hat er mich immer angezwinkert. Er schnurrte auch nicht mehr. Ich habe ihn verstanden und beim Tierarzt das Nötige veranlasst. Die Injektion war noch nicht richtig gesetzt, da war er schon fort. Rocky wurde 16 Jahre alt. Er sah mit zu, als ich meinen Führerschein gemacht habe. Er beschützte mich, wenn Nachts die Schatten zu Monstern wurden. Er schnurrte mich auf der Couch in den Schlaf. Er ging mit mir und den anderen Tieren Gassi und mit uns allen durch Dick und Dünn. Er ertrug ohne Murren und Miauen auch meine schlimmsten Launen. Er war immer für mich da. Bis zum Schluß. Auf Wiedersehen Rocky Lee Junior. Ich vermisse Dich jeden verdammten Tag. 14.02. 2007 bis Februar 2010 Bambam Wivovox Bambam war ein zwar verfressenes, aber sehr treues und verlässliches Minischwein, das mir jeden Wunsch von den Augen abgelesen hat. Nach dem Tod seiner Schwester Päppels kam er allein in den Zoo der Minis in Aue, wo er gemeinsam mit seiner Schweinefrau Bambina drei Mal Nachwuchs bekam und ebenso viele tolle Jahre verlebte. Im Winter 2010 rutschte er dann unglücklich auf einem kleinen Eisfeld in seinem Gehege aus und brach sich das Vorderbein. Der Bruch war scheinbar so kompliziert, dass Bambam leider eingeschläfert werden musste. Ich werde meinen kleinen Wonneproppen vermissen. 14.02. bis 01.05.2007 Päppels Wiwovox Ich habe bisher kaum ein anderes Tier kennengelernt, das es so genossen hat, mit mir zusammen zu sein (März 2011: Das muss ich wohl korrigieren. Die Nasenbären kletten zurzeit extrem. Und auch Charly weicht mir nicht von der Ohrmuschel :). Päppels war von früh bis spät um mich, ließ sich erst zum Schlafen nieder, wenn sie sich auf meiner Brust eingekuschelt hatte und folgte mir sogar aufs Klo. Dabei war sie so unglaublich schlau und konnte schon mit vier Wochen Dreh Dich und Sitz. Nachdem ich sie und ihren Bruder Bambam aus schlechter Haltung übernommen hatte, sollten sie in den Zoo der Minis in Aue umziehen, wenn sie groß genug dafür wären, ohne ständige Aufsicht zu leben. Leider sollte es so weit aber gar nicht mehr kommen. Als ich gerade in der Berliner Wuhlheide spazieren ging, stürzte sich ein ganzes Rudel unkontrollierter Huskys auf meine kleine Schweinerotte. Ich stellte mich schützend vor Moritz und Bambam. Mehr konnte ich nicht tun. Smarty und Päppels flüchteten, so schnell sie konnten, in Richtung Auto, wo sie sich in Sicherheit wähnten. Die Hunde waren aber viel schneller. Smarty kam mit einem angerissenen Miniskus davon, der ihn jetzt zeit seines Lebens behindern wird. Aber er lebt wenigstens noch. Päppels wurde ebenfalls eingeholt und von den wütenden Tieren mit zwei, drei Bissen getötet. Ihr Licht erlosch im Alter von gerade einmal zehn Wochen. In meinem Herzen wird sie immer einen festen Platz haben, wo sie spielen und Ferkel sein kann. Bis wir uns irgendwann wieder sehen. |
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